Investition in Infrastruktur: Kreiswerke Olpe erneuern wichtige Trinkwasserleitung
Wer am Olper Imberg unterwegs ist, wird es schon gesehen haben: Oberhalb der höchstgelegenen Häuser sind seit April umfangreiche Erdarbeiten im Gange. Hintergrund ist eines der größten Tiefbauprojekte, die die Kreiswerke Olpe bisher in Angriff genommen haben: Die Erneuerung der Trinkwasserleitung vom Hochbehälter Imberg zum Hochbehälter Rhonardberg, eine der beiden Haupt-Transportleitungen.
Alte Leitung von 1972 nicht mehr zu sanieren
Die Erneuerung ist nötig, weil die vorhandene Trinkwasserleitung sanierungsbedürftig ist. Sie wurde 1972 in Betrieb genommen und versorgt einen Großteil von Olpe, ganz Wenden und Teile von Kirchhundem. „Zum Verschleiß kommt hinzu, dass die Ortschaften seitdem gewachsen sind und der Wasserverbrauch sich deshalb stark erhöht hat“, erklärt Benedikt Hilchenbach, Leiter der Kreiswerke Olpe.
Die heutige Bebauung ist übrigens auch der Grund, weshalb die neue Trasse nicht am Ort der alten verlaufen kann: Wo diese vor über 50 Jahren „über die grüne Wiese“ verlegt wurde, stehen heute oft Häuser, zum Beispiel im Bereich Lütringhausen und am Olper Hatzenberg. Das macht Reparaturen schwierig. Deshalb wird die neue Trasse wieder über unbebaute Flächen führen.
40 Zentimeter Rohrdurchmesser
Mit einem Rohrdurchmesser von 40 Zentimetern, einem Wasserdruck von bis zu 22 bar und einer Pumpenleistung von 300 Kubikmetern pro Stunde wird die neue Trinkwasserleitung auch in den kommenden Jahrzehnten ihrer Aufgabe gewachsen sein, die angeschlossenen Orte mit Trinkwasser zu versorgen.
Das Verlegen einer Leitung dieser Größenordnung muss sorgfältig geplant werden: Wichtig sind zum Beispiel ein möglichst gleichmäßiges Gefälle und möglichst stumpfe Winkel in der Trassenplanung.
Mehrere mögliche Streckenverläufe wurden erarbeitet, technisch und wirtschaftlich bewertet und mit dem örtlichen Versorger abgestimmt. Bereits frühzeitig suchten die Kreiswerke auch den Kontakt zu Eigentümerinnen und Eigentümern der für den Bau benötigten Flächen. So konnten in allen Fällen Einigungen erzielt werden. Auch naturschutz- und verkehrsrechtliche Genehmigungen waren einzuholen.
Nach mehrjähriger Planungs- und Abstimmungszeit fiel 2024 die Entscheidung für eine 4,5 Kilometer lange Trasse. Im April 2025 rollten die Bagger für den ersten Bauabschnitt an, der noch dieses Jahr fertiggestellt werden soll.
Erster von zwei Bauabschnitten läuft
„Die Arbeiten haben wir wegen der Größe der Maßnahme in zwei Abschnitte unterteilt“, sagt Hilchenbach. „Der erste verläuft vom Hochbehälter Imberg zur Anschlussstelle Osterseifen bei Olpe-Hohl. In diesem Abschnitt führt die Trasse durch relativ weichen Boden. Dort können wir in offener Bauweise arbeiten – also mit Baggern Gräben ausheben, die Leitung darin verlegen und die Gräben wieder verfüllen.“ Mit dem Bauunternehmen Altbrod aus Eslohe wurde hier ein zuverlässiger Fachbetrieb gefunden. Die Arbeit läuft, auch witterungsbedingt, sehr gut: Mittlerweile ist rund die Hälfte des ersten Bauabschnitts, bis zur Brücke oberhalb des Olper Hatzenbergs, verlegt.
Rund 8 Mio. Euro Investition
Der zweite Bauabschnitt, zwischen Olpe-Hohl und dem Hochbehälter Rhonardberg, wird eine noch größere technische Herausforderung, denn er führt durch felsigen Boden. Hierzu wurden bereits umfangreiche geologische Untersuchungen durchgeführt. Überwiegend wird dieser zweite Bauabschnitt entlang der Bundesstraße 55 verlaufen. Der Baubeginn ist für 2026 geplant. Insgesamt wird die Erneuerung der Trinkwasserleitung rund 8 Mio. Euro kosten.