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Jugendzentrum Attendorn holt Preis „Kein Platz für Extremismus und Rassismus“ 

Presseinfo Nr. 177/2025
 

Lebendig und berührend war jüngst (12. November) die Verleihung des Preises „Kein Platz für Extremismus und Rassismus“. Alle zwei Jahre vergibt der Kreis Olpe diesen Preis, der Menschen auszeichnet, die sich kreativ gegen extreme und rassistische Ideologien und für Menschlichkeit, Miteinander und Vielfalt einsetzen.

Projekt für Vielfalt und Zusammenhalt

Diesmal erhielt das Jugendzentrum (JUZ) Attendorn den Preis für sein Projekt „… und wir haben doch ganz viel gemeinsam!“. Dieses findet seit fünf Jahren in den Sommer- und Herbstferien statt. In Workshops leiten Künstlerinnen und Künstler die Kinder und Jugendlichen an, sich kreativ mit dem auseinanderzusetzen, was alle Menschen verbindet. Dabei entstehen Musik, Theaterstücke, Bilder, Fotografien, Graffiti und Installationen, die gemeinsam erarbeitet und später präsentiert werden – auf der Bühne oder in Ausstellungen.

Großer Applaus für Kinder und Jugendliche

Auch bei der Preisübergabe konnten die Gäste die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen spüren. Trotz Lampenfiebers präsentierten sie Lieder sowie Szenen eines Theaterstücks mit Tanz und Musik und ernteten dafür langen und lauten Applaus.

Neben den künstlerischen Workshops gehören auch andere Elemente zum Projekt „… und wir haben doch ganz viel gemeinsam!“. Darunter die jährlichen Fahrten zur Gedenkstätte Ysselsteyn in den Niederlanden, der größten deutschen Kriegsgräberstätte der Welt. Dort können die Jugendlichen mit Zeitzeugen sprechen. Gemeinsam mit der Initiative „Jüdisch in Attendorn“ erkunden sie zudem in ihrer Heimatstadt die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde, die durch das Nazi-Regime vernichtet wurde. Weitere Kooperationspartner des Projekts sind der Verein CSD Olpe, der authentische Begegnungen mit queeren Menschen ermöglicht, sowie die Hanseschule Attendorn, die sich bei den Theater- und Musikprojekten engagierte.

Offene Atmosphäre und zweites Zuhause

Wie wichtig und identitätsstiftend das Jugendzentrum Attendorn für viele junge Menschen ist, wurde bei den Laudationes deutlich. Katharina Rummel, Marc Burkhardt und Mohammad Modi, heute alle erwachsen, schilderten sehr persönlich und berührend, wie ihnen als Jugendliche die offene und wertschätzende Atmosphäre des JUZ eine Heimat geboten hat. Ob als Mädchen aus wenig prestigeträchtigem Umfeld, als bürgerlicher Junge mit rebellischen Ambitionen oder als gerade erst aus Syrien angekommener Jugendlicher ohne Ankerpunkte in einem ganz neuen Leben.

„Der Tag, an dem ich meinen Bundesfreiwilligendienst im Jugendzentrum beginnen konnte, war der Tag, der alles verändert hat“, erinnerte sich Mohammad Modi, der heute Übungsleiter im JUZ ist. „Hier habe ich gelernt, dass Integration nicht nur bedeutet, eine Sprache zu sprechen, sondern Teil einer Gemeinschaft zu sein: mitzumachen, mitzugestalten und anderen etwas zurückzugeben. Ich wurde nicht gefragt, woher ich komme, sondern wer ich bin – und wer ich sein möchte.“

Auch Katharina Rummel hob die wertschätzende Kultur des JUZ hervor: „Die Erwachsenen dort begegneten uns auf Augenhöhe, ohne Zeigefinger, ohne pädagogische Fassade – einfach mit echtem Interesse. Wenn es einen Ort gibt, an dem kein Platz ist für Rassismus und Extremismus, dann ist es genau hier – bei euch!“

Sichtlich bewegt nahmen Helge Staat und Anna Orsini stellvertretend für das Team des Jugendzentrums und alle Projektbeteiligten den Preis aus den Händen von Landrat Theo Melcher entgegen, der ihnen mit auf den Weg gab: „Sie leisten hier echte und ganz praktische Demokratiebildung und Friedensarbeit.“

Organisiert wurde die Preisverleihung erneut vom Team des Regionalen Bildungsnetzwerks des Kreises Olpe.

Frühere Preisträgerinnen und Preisträger

Als Vorsitzender des Kreis-Ausschusses für Sport und Kultur und Mitglied der Jury erinnerte Michael Hecken an die Geschichte des Preises „Kein Platz für Extremismus und Rassismus“, den der Kreis Olpe zum vierten Mal verliehen hat:

  • 2019 ging der Preis an die Initiative „Jüdisch in Attendorn“ für ihr vielfältiges und unermüdliches Erinnern an die jüdischen Menschen Attendorns, die unter dem Nazi-Regime ermordet und vertrieben wurden.
  • 2021 wurde das Kinder-, Jugend- und Kulturhaus Finnentrop für seine Arbeit ausgezeichnet, insbesondere für das Projekt „(M)Ein Stück Heimat“. Darin setzen sich junge und ältere Menschen damit auseinander, was Heimat für sie ausmacht.
  • 2023 ging der Preis an die Familie Kleeschulte/Beckmann und den Künstler Sami Gebremariam für ihr Projekt „Mal gegen Rassismus“, mit dem sie sich für Akzeptanz und Vielfalt und gegen Alltagsrassismus und Vorurteile einsetzen.
Preisverleihung - Übergabe © Kreis Olpe
(v.l.) Landrat Theo Melcher; Michael Hecken, Vorsitzender des Kreis-Ausschusses für Sport und Kultur; Laudatorin Katharina Rummel; Anna Orsini, Initiatorin des Projekts im Jugendzentrum Attendorn; Laudator Marc Burkhardt; Helge Staat, Leiter des Jugendzentrums Attendorn und Laudator Mohammad Modi. Foto: Kreis Olpe © Kreis Olpe
Preisverleihung - Kinder © Patrick Eberz/Kreis Olpe
Mädchen aus dem Jugendzentrum führten Ausschnitte aus einem Theaterstück mit Musik und Tanz auf und ernteten tosenden Applaus. © Patrick Eberz/Kreis Olpe
14.11.2025 

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