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30.09.2026

Thementage Demenz im Kreis Olpe:
Information, Austausch und neue Perspektiven

Presseinfo Nr. 122/2026

 

Unter dem Motto „Demenz (k)eine Frage des Alters“ fanden in diesem Jahr zum zweiten Mal die Thementage Demenz im Kreis Olpe statt. Die Veranstaltungsreihe bot in den zurückliegenden Wochen vielfältige Möglichkeiten, sich zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und persönliche Erfahrungen auszutauschen.

Von kefb und Kreis Olpe organisiert

Die Thementage organisiert hatte Carmen Brinker von der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Südwestfalen (kefb) in Kooperation mit Rebecca Dienst vom Fachdienst Gesundheit des Kreises Olpe. Gemeinsam hatten sie ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm zusammengestellt, das unterschiedliche Facetten des Themas „Demenz“ beleuchtete.

Veranstaltungen sehr gut besucht

Die Resonanz war groß, alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht.

„Die Resonanz freut uns natürlich sehr, zeigt aber auch, wie wichtig und wie groß der Bedarf ist, über das Thema ,Demenz‘ zu informieren und Möglichkeiten für Begegnung und Austausch zu schaffen“, resümiert Carmen Brinker von der kefb nach dem Abschluss der Veranstaltungsreihe.

Prävention von Demenzerkrankungen im Mittelpunkt

Passend zum diesjährigen Motto des Welt-Alzheimertags stand unter anderem die Prävention von Demenzerkrankungen im Mittelpunkt. Zwar sind die meisten Menschen mit Demenz älter als 65 Jahre, doch Demenzerkrankungen können auch in jüngeren Lebensjahren auftreten.

Menschen mit Demenz befinden sich in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen: Einige sind noch berufstätig, andere kümmern sich um Kinder oder Eltern. Manche wirken nach außen fröhlich und selbstständig, andere erleben Einsamkeit und zunehmende Einschränkungen. Die Erkrankung verläuft individuell – und stellt zugleich eine gemeinsame gesellschaftliche Herausforderung dar.

Tipps und Strategien

Im Rahmen der Thementage fand in diesem Jahr auch eine Online-Veranstaltung statt. Lena Sannemann vom Kölner Alzheimer Präventionszentrum der Uniklinik Köln zeigte in einem praxisnahen Vortrag konkrete Tipps und Strategien auf, mit denen sich das Gehirn fit halten und das Demenzrisiko reduzieren lässt.

Pflegegrad bei Demenz

Praxisnah waren auch die Veranstaltungen von Claudia Hufnagel und Dr. Jasmin Lehmann. Claudia Hufnagel, Pflegeberaterin des Kreises Olpe, informierte darüber, wie ein Pflegegrad bei Demenz beantragt werden kann. Dabei gab sie den Teilnehmenden zahlreiche hilfreiche Hinweise und konnte dabei auf ihre eigenen praktischen Erfahrungen aus der Pflegeberatung zurückgreifen.

Selbstfürsorge eine wichtige Voraussetzung

Dr. Jasmin Lehmann, selbstständige Beraterin bei carethics und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Siegen, stellte gemeinsam mit ihrer Kollegin Annelie Szameitat, ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Siegen, die pflegenden Angehörigen und Bezugspersonen in den Mittelpunkt. Sie machte deutlich, dass eine gute Selbstfürsorge eine wichtige Voraussetzung dafür ist, Menschen mit Demenz langfristig begleiten und unterstützen zu können.

Eindrucksvolle und authentische Einblicke

Eine Lesung der Autorin und Journalistin Peggy Elfmann aus München ermöglichte eindrucksvolle und authentische Einblicke in das Leben mit einem demenzerkrankten Menschen. Ihre persönlichen und nahbaren Schilderungen eröffneten neue Perspektiven und machten Mut, sich mit dem Thema „Demenz“ auseinanderzusetzen.

Selbstbestimmtes Lebensende

Zwei weitere Veranstaltungen widmeten sich dem sensiblen Themenbereich rund um das Lebensende. Der Theologe Steffen Beringhoff setzte sich mit der Frage nach einem selbstbestimmten Lebensende auseinander. Er bot Orientierung und schuf Raum für einen respektvollen Austausch über unterschiedliche persönliche, ethische und gesellschaftliche Sichtweisen.

„Weiße Trauer“

Im Vortrag von Hannah Franzen, Leiterin des Hospizdienstes und der Trauerbegleitung des St.-Elisabeth-Hospizes in Altenhundem, ging es um die sogenannte „weiße Trauer“. Damit wird das schmerzhafte Gefühl beschrieben, das viele Angehörige von Menschen mit Demenz erleben: ein Abschiedsprozess, der bereits lange vor dem tatsächlichen Tod beginnen kann. Der Vortrag half den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, eigene Gefühle besser zu verstehen und einzuordnen. Gleichzeitig ermutigte Hannah Franzen dazu, sich selbst mit mehr Verständnis und Achtsamkeit zu begegnen und der eigenen Trauer Raum zu geben.

Gespräche und Diskussionsrunden

Neben den fachlichen Informationen waren auch die Gespräche und Diskussionsrunden ein zentraler Bestandteil der Thementage. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, persönliche Erfahrungen zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Gefühle, Ängste, Bewältigungsstrategien 

„Gerade dieser Austausch ist für viele Menschen neben dem fachlichen Input besonders wichtig. Gefühle und Ängste zu teilen, aber auch Bewältigungsstrategien weiterzugeben, ist ein besonders wertvoller Teil unserer Veranstaltungsreihe“, erläutert Rebecca Dienst vom Fachdienst Gesundheit des Kreises Olpe.

Erneut Durchführung möglich

Die Thementage Demenz im Kreis Olpe zeigten erneut, wie vielfältig die Fragen und Herausforderungen rund um das Thema „Demenz“ sind – und wie wichtig Information, Begegnung und gegenseitige Unterstützung bleiben. Die ersten Überlegungen für eine erneute Durchführung im kommenden Jahr gibt es daher bereits.

Thementage Demenz © Kreis Olpe / Rebecca Dienst
Die Veranstaltung von Dr. Jasmin Lehmann und ihrer Kollegin Annelie Szameitat gab Angehörigen und Bezugspersonen von Menschen mit Demenz wertvolle Tipps für den Alltag. © Kreis Olpe / Rebecca Dienst
Thementage Demenz © kefb / Carmen Brinker
Theologe Steffen Beringhoff setzte sich im Rahmen der Thementage mit der Frage nach einem selbstbestimmten Lebensende auseinander. Foto: kefb / Carmen Brinker © kefb / Carmen Brinker

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