HPV-Impfung: Mehr Schutz vor Krebs:
Aktion im Kreis Olpe zeigt erste Erfolge
Presseinfo Nr. 083/2026
Die Präventionskampagne "Gemeinsam gegen HPV - Deine Entscheidung gegen Krebs" zeigt bereits erste Erfolge. Auf Initiative des Ärzteverbunds Südwestfalen und in enger Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Kreises Olpe sowie weiteren regionalen Partnern startete die einjährige Informations- und Präventionsinitiative in Südwestfalen und angrenzenden Regionen am 4. März 2026 (s. Presseinfo Nr. 024/2026).
Nun, wenige Monate nach dem Start der Aktion, zeichnet sich ab, dass im Kreis Olpe häufiger gegen HPV geimpft wird als zuvor. „Das ist schon jetzt ein Zeichen dafür, dass gemeinsame Aufklärung und niedrigschwellige Informationsangebote Wirkung entfalten können“, erklärt Stefan Spieren, Vorstandsvorsitzender des Ärzteverbundes Südwestfalen.
Die Viren können verschiedene Krebsarten verursachen
Humane Papillomviren (HPV) gehören zu den häufigsten Virusinfektionen überhaupt. Fast jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens mit ihnen in Kontakt. Die Viren können verschiedene Krebsarten verursachen - bei Frauen ebenso wie bei Männern. Dazu gehören unter anderem Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum sowie an den Geschlechtsorganen. Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten krebsauslösenden Virustypen und zählt zu den wirksamsten Maßnahmen der Krebsprävention.
Auch für Erwachsene eine HPV-Impfung noch sinnvoll
Empfohlen wird die Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten möglichst bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Aber auch für Erwachsene kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten inzwischen auch über das empfohlene Impfalter hinaus. Interessierte sollten sich hierzu bei ihrer Krankenkasse informieren.
Blick auf den gesamten Impfschutz richten
Im Mittelpunkt der Kampagne steht zwar die HPV-Impfung, sie soll aber zugleich den Blick auf den gesamten Impfschutz richten. Viele Menschen haben Impflücken, ohne es zu wissen. Deshalb sollen Patientinnen und Patienten künftig noch häufiger aktiv auf fehlende oder empfohlene Impfungen angesprochen werden. Ziel ist es, Schutzimpfungen insgesamt stärker in den Alltag der hausärztlichen Versorgung zu integrieren.
Fortbildung „Professionelles Impfmanagement"
Ein wichtiger Baustein der Aktion war die Fortbildung „Professionelles Impfmanagement", die in den vergangenen zwei Wochen stattfand. Die Nachfrage war deutlich höher als ursprünglich erwartet. Neben Medizinischen Fachangestellten aus zahlreichen Praxen nahmen auch Mitarbeitende des öffentlichen Gesundheitsdienstes teil, um ihr Wissen rund um das Impfmanagement zu vertiefen und neue Impulse für ihre tägliche Arbeit mitzunehmen.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Impfempfehlungen, die Organisation eines strukturierten Impfmanagements, der Impfpasscheck sowie die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Insbesondere der Austausch über praktische Erfahrungen aus dem Berufsalltag war besonders wertvoll. Diskutiert wurde unter anderem, wie Impflücken frühzeitig erkannt werden können, wie Eltern, Jugendliche und Erwachsene auf Impfungen angesprochen werden und welche organisatorischen Abläufe sich in den Praxen bewährt haben. In den kommenden Monaten folgen weitere Informationsangebote und Aktionen.
Prävention ist eine Gemeinschaftsaufgabe
„Prävention ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die HPV-Aktion zeigt, dass wir im Kreis Olpe viel erreichen können, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau diese Zusammenarbeit macht unsere Region stark", sagt Landrat Theo Melcher.
Bereits im vergangenen Jahr hat der Fachdienst Gesundheit des Kreises Olpe (Gesundheitsamt) ein Beratungsprojekt zur HPV-Impfung gestartet. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen weiterführender Schulen. Mitarbeiterinnen des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Kreises Olpe informieren dabei über die Risiken einer HPV-Infektion und die Vorteile der Schutzimpfung. Eltern erhalten Hinweisschreiben sowie Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das Interesse der Schulen sowie der Schülerinnen und Schüler an dem Beratungsprojekt des Kreises ist groß.
Da allerdings nicht alle Jugendlichen mit dem Beratungsprojekt in den beteiligten Schulen erreicht werden können, möchte der Ärzteverbund Südwestfalen mit der im März gestarteten Initiative die Bereitschaft für eine Impfung zusätzlich fördern.
„Die ersten Entwicklungen freuen uns sehr"
„Die ersten Entwicklungen freuen uns sehr. Sie zeigen, dass kontinuierliche Aufklärung und das Engagement vieler Beteiligter tatsächlich etwas bewegen können“, betont Stefan Spieren. Ziel sei es, dass möglichst jede Familie weiß, warum die HPV-Impfung so wichtig und wann der richtige Zeitpunkt dafür sei.