Landrat Theo Melcher händigt Bertold Schumacher das Bundesverdienstkreuz am Bande aus
Presseinfo Nr. 063/2026
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Bertold Schumacher aus Dörnscheid das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In einer Feierstunde im Kreishaus in Olpe händigte Landrat Theo Melcher die Auszeichnung am Dienstag (16. Juni 2026) aus und gratulierte im Namen des Kreises Olpe sowie persönlich.
Bertold Schumacher hat mit seinem jahrzehntelangen Engagement im kommunalpolitischen, sozialen und sportlichen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben.
Mit 26 Jahren jüngster Ortsvorsteher in NRW
Bertold Schumacher lebt nach wie vor in seinem Geburtsort Dörnscheid in der Gemeinde Wenden. Er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und Großvater von zwei Enkelkindern
Der neue Träger des Bundesverdienstkreuzes wurde 1976 im Alter von nur 26 Jahren zum Ortsvorsteher von Dörnscheid gewählt und war somit der seinerzeit jüngste Ortsvorsteher in Nordrhein-Westfalen. Während seiner 38-jährigen Amtszeit initiierte er zahlreiche Projekte. So organisierte er die 650- und die 675-Jahrfeier seines Heimatortes Dörnscheid sowie die Erstellung der Dörnscheider Chronik.
Dörnscheid zum "Golddorf" entwickelt
Als Ortsvorsteher trug Bertold Schumacher maßgeblich dazu bei, dass Dörnscheid 1979 beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ als „Golddorf“ auf Landesebene ausgezeichnet wurde. Jahrzehntelang pflegte er eigenhändig die Ruhebänke um Dörnscheid sowie die „Christi-Himmelfahrts-Station" im Nachbarort Römershagen und erneuerte auf eigene Kosten 20 alte Flurnamensschilder.
Marien-Kapelle errichtet
Nach einer schweren Erkrankung errichtete Bertold Schumacher aus Dankbarkeit über die erfolgte Therapie im Jahr 2023 am Dorfrand von Dörnscheid eine kleine Kapelle, die sich seither starken Zuspruchs erfreut. Das Kerzengeld spendet er für soziale Zwecke, wie an das Palliativnetz Siegen-Wittgenstein-Olpe. Im vergangen Jahr wurde die Marienkapelle offiziell als neuer Zubringer zum Jakobsweg nach Köln eingeweiht.
Tennis-Club Dörnscheid gegründet
Bertold Schumachers Engagement galt auch dem Tennisclub Rothemühle, der 1978 gegründet wurde. Zunächst wurde auf gemieteten Hartplätzen gespielt, was wirtschaftlich und sportlich nicht ideal war. Nachdem Bertold Schumacher 1981 zum Vorsitzenden gewählt worden war, setzte er sich für den Bau einer eigenen Anlage in Dörnscheid ein. Mit Unterstützung der Bezirksregierung und des damaligen Landrats des Kreises Olpe wurde 1981 mit dem Bau von drei Ascheplätzen begonnen. Im selben Jahr wurde der Verein in Tennis-Club „Gold-Weiß“ Dörnscheid umbenannt. Bereits 1982 konnte der Spielbetrieb aufgenommen werden.
Clubhaus wurde zum Mehrgenerationenhaus
1984 entstand dank großen Einsatzes der Mitglieder ein Clubhaus. Die gesamte Baumaßnahme wurde nicht nur von Bertold Schumacher koordiniert, er leistete auch die meisten Arbeitsstunden. Als er 1994 seine Tätigkeit als 1. Vorsitzender beendete, hatte er es mit viel Engagement geschafft, den Verein schuldenfrei an seinen Nachfolger zu übergeben. Er war auch als Sportwart, Mannschaftsführer und in weiteren Vorstandsfunktionen aktiv. Zudem gehörte er fünf Jahre dem Vorstand des Tennisbezirks Südwestfalen an.
Heute befindet sich auf dem Vereinsgelände neben dem Tennisplatz auch ein Mehrgenerationenhaus. Zu einem solchen hat der Dorfverein Dörnscheid des einstige TC-Clubhaus umgebaut. Spiel- und Bolzplätze ergänzen das Angebot - eine Entwicklung, die ohne Bertold Schumachers Einsatz so nicht möglich gewesen wäre.
Sehr aktiv im Golf-Club Siegen-Olpe
Im Jahr 1995 trat Bertold Schumacher dem Golfclub Siegen-Olpe als Mitglied bei. In dessen Vorstand wurde er 2014 gewählt und war von Anfang an insbesondere im Bereich „Haus und Hof“ tätig. Beim Golf-Club am Ortsrand von Dörnscheid ist Bertold Schumacher bis heute für Pflege, Instandsetzungen und Umbauten der Gebäude zuständig. Auch dank seiner langjährigen Berufserfahrung im Hausbau konnten viele Renovierungs- und Modernisierungsprojekte erfolgreich umgesetzt werden.
Neben den größeren Projekten kümmert sich Bertold Schumacher auch um die Pflege der Blumenkübel, die er auf eigene Kosten bepflanzt, sowie um das tägliche „Housekeeping“, die Wünsche der Gastronomiepächter und die Überwachung der Technik und Sicherheitssysteme - sogar nachts, wenn der Alarm ausgelöst wird, eilt Bertold Schumacher zum Golf-Club-Gelände. Er arbeitet oft täglich mehrere Stunden auf der Anlage, ohne dafür eine finanzielle Entschädigung zu erhalten. Selbst während seiner im Jahr 2018 diagnostizierten schweren Erkrankung hat er stets die beschriebenen Tätigkeiten ausgeführt.
Ehrenbecher und Bürgerpreis der Gemeinde Wenden
Auch die Heimatgemeinde weiß die Verdienste von Bertold Schumacher zu schätzen: 2014 wurde ihm der Ehrenbecher der Gemeinde Wenden verliehen, zudem erhielt er für sein herausragendes Engagement den Bürgerpreis 2024 der Gemeinde Wenden.
Bernd Clemens, Bürgermeister der Gemeinde Wenden, lobte in der Feierstunde im Kreishaus Bertold Schumacher für dessen Verlässlichkeit, Ausdauer und Hingabe. Viele seiner Projekte blieben in Dörnscheid dauerhaft sichtbar. „Ich bedanke mich im Namen der Gemeinde Wenden für den großartigen Einsatz“, so Bernd Clemens.
Ehrenamt keine Aufgabe, sondern eine Haltung
Laudator Thorsten Arns hob auch die Bescheidenheit seines Patenonkels hervor. Bertold Schumacher habe bewiesen, dass Ehrenamt keine Aufgabe, sondern eine Haltung sei. Bertold Schumacher dankte insbesondere seiner Familie und vielen Weggefährten für die gewährte Unterstützung. Denn alleine habe er das alles nicht schaffen können.