Trinkwasser-Hauptleitung: Zweiter Bauabschnitt kommt gut voran
Rund um Olpe-Lütringhausen sind die Arbeiten nicht zu übersehen: Die Kreiswerke Olpe erneuern die Trinkwasser-Transportleitung zwischen den Hochbehältern Imberg und Rhonardberg. Es handelt sich um das größte Tiefbauprojekt in der Geschichte der Kreiswerke.
„Den ersten Bauabschnitt vom Hochbehälter Imberg zur Anschlussstelle Osterseifen bei Olpe-Hohl konnten wir 2025 erfolgreich abschließen“, resümiert der Leiter der Kreiswerke Olpe, Benedikt Hilchenbach. Jetzt läuft der zweite Bauabschnitt.
Zwei Baustellen gleichzeitig
Gearbeitet wird parallel an zwei Baustellen, die sich aufeinander zubewegen. Wer talwärts Richtung Lütringhausen fährt, hat beide im Blick: Entlang der Bundesstraße 54 fräsen sich schwere Maschinen durch die Felsen am Straßenrand; wenige Kilometer entfernt zieht sich eine deutlich sichtbare Schneise durch den Wald hangaufwärts.
Dort, neben meterlangen Rohren und begleitet vom Dröhnen eines Baggers, hat Paula Fabri ein wachsames Auge auf „ihre“ Baustelle. Die Straßenbaumeisterin vom beauftragten Unternehmen Straßen- und Tiefbau GmbH aus Kirchhundem ist dafür verantwortlich, dass die Rohrstücke millimetergenau gesetzt und hygienisch einwandfrei miteinander verbunden werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der Wald die Schneise wieder fast vollständig schließen.
Unten im Tal, entlang der B 54, ist es lauter. Der felsige Untergrund macht diesen Bauabschnitt kniffliger als den im vergangenen Jahr. „Wir haben intensiv abgewogen, mit welcher Methode dieser harte Untergrund am besten zu bearbeiten wäre“, erklärt Uwe Axt. Er ist bei den Kreiswerken Olpe verantwortlich für das Trinkwasser-Rohrnetz.
Fräsen oder bohren waren die Möglichkeiten. „Wir haben uns für das Fräsen entschieden, weil wir auch an etwaige Reparaturen in ferner Zukunft denken müssen. An eine Leitung, die in eine Rinne verlegt und mit weichem Boden verfüllt wurde, kommt man deutlich einfacher heran als an eine durch Fels gebohrte.“ Zusammen mit der Trinkwasserleitung wird auch direkt ein Leerrohr für eine interne Glasfasertrasse verlegt. Über diese erfolgt zukünftig die Steuerung der Betriebspunkte.
Arbeiten sehr gut im Zeitplan
Uwe Axt und Benedikt Hilchenbach sind guter Dinge, denn die Arbeiten schreiten derzeit sogar rascher voran als geplant. Dabei hilft das Wetter, aber auch die Professionalität des beauftragten heimischen Unternehmens. „Die Leistung und die Zusammenarbeit sind wirklich hervorragend“, lobt Hilchenbach.
Auch an den beiden Hochbehältern selbst wurde bzw. wird demnächst gearbeitet: Am Imberg wird das Dach der Schieberkammer saniert, die Elektro- und Steuerungstechnik erneuert und eine Photovoltaikanlage installiert. Am Rhonardberg wurde die neue Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher bereits in Betrieb genommen. Der Betriebspunkt ist somit energieautark und kann auch bei einem Stromausfall betrieben werden.
Infos zum Bauprojekt:
Zwischen den Hochbehältern Imberg und Rhonardberg liegt eine der Haupt-Transportleitungen für Trinkwasser im Kreisgebiet. Sie versorgt einen Großteil von Olpe, ganz Wenden und Teile von Kirchhundem. Sie ging 1972 in Betrieb und ist sanierungsbedürftig, zudem hat das Wachstum der Orte den Wasserverbrauch stark erhöht. Deshalb wird die Leitung komplett erneuert. Der alte Trassenverlauf kann für den Neubau nicht genutzt werden, da er inzwischen bebaut ist.
Mit einem Rohrdurchmesser von 40 Zentimetern, einem Wasserdruck von bis zu 22 bar und einer Pumpenleistung von 500 Kubikmetern pro Stunde wird die neue Trinkwasserleitung auch in den kommenden Jahrzehnten ihrer Aufgabe gewachsen sein, die angeschlossenen Orte mit Trinkwasser zu versorgen. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme liegen bei rund acht Millionen Euro.